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Am Anfang stand
eine Vision

Seit Oktober 2003 ist das ChristophorusHaus in Stadl-Paura in Betrieb: als dreigeschossiger Holzbau in Passivhaus-Bauweise ein höchst innovatives Bürogebäude. Und ein hervorragendes Beispiel umweltbewussten Bauens. Das ChristophorusHaus ist Arbeitsplatz für das Hilfswerk MIVA (Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft), BBM (Beschaffungsbetrieb MIVA) und CHH (ChristophorusHaus). Es entstand nicht zuletzt aus Erfahrungen mit Sonnenenergie und Pflanzenkläranlagen in Uganda. Es wurde als Passivhaus konzipiert und verzichtet völlig auf einen Heizofen. Erdtemperatur kühlt im Sommer und wärmt im Winter, der Bau ist in allen Details so angelegt, dass er eine hervorragende Energiebilanz aufweist.

Am Anfang stand eine Vision. Eine Organisation, die in Afrika für den ökologischen Betrieb von Krankenhäusern sorge, so der Gedanke, müsste dieses Know-How doch auch für sich selbst nützen. Als dann für die österreichische MIVA und ihren Beschaffungsbetrieb BBM die alten Räumlichkeiten im oberösterreichischen Stadl-Paura zu klein geworden waren, war die Sache eindeutig: Es bedurfte einem Haus, das der Belastung unterschiedlicher Funktionen standhalten und dabei ein Minimum an Energie verbrauchen sollte – ein „Gebäude in voller Verantwortung“, errichtet nach den neuesten Erkenntnissen umweltschonenden Bauens.

„ChristophorusHaus“ hieß die Vision von Anfang an. Der Name verweist auf den heiligen Christophorus, der in der katholischen Kirche als Schutzpatron der Reisenden angerufen wird. Der richtige Name eines Hauses das Begegnung bedeutet: Ingenieurskunst trifft auf ökologisches Bewusstsein. So ist es nicht nur ein Bürogebäude, Veranstaltungsraum und Logistikzentrum, sondern ein kräftiger Impuls für zeitgemäßes umweltbewusstes Bauen.  
 

Mehr Informationen zum ChristophorusHaus finden Sie hier

Das CHH macht aus dem innovativen Passivhaus ein höchst aktives Nachdenk-Haus.

Christine Parzer, Geschäftsführung
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Dezember 2002 – Spatenstich

Am 7. Dezember starten Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer,
MIVA-Präsident Prälat Mag. Josef Ahammer und Bürgermeister Ing. Alfred Meisinger
offiziell den Bau des ChristophorusHauses.

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Jänner & Februar 2003 – Fundament

Grabungs- & Betonarbeiten
Die Baggerarbeiten beginnen am 20. Jänner. Im Anschluss daran wird bereits betoniert und das Hauptluftrohr eingebaut.

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März 2003 – Aufstellung Logistikhalle

Kellergeschoß und Logistikhalle sind als erstes geplant.
Am 25. März wird die Kellerdecke betoniert und darauf aufbauend entsteht die Logistikhalle aus Holzelementen.

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Mai 2003 – Rohbau

Holzbau / Fenster / Elektrik / Haustechnik / Gleichenfeier
Im Mai wird der Holzbau aus vorgefertigten Elementen geliefert und aufgestellt. Darüber hinaus wird die Elektroinstallation und der Fenstereinbau vorgenommen. Ebenso wird der erste Teil der Haustechnik installiert.

Höhepunkt des Monats ist die Gleichenfeier am 23. Mai.

 

 

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Juni 2003 – Trockenbau

Blower-Door-Test / Erdsonden / Estrich
Die Arbeiten im Trockenbau beginnen. Ebenso wird der so genannte Blower-Door-Test – dieser misst die Luftdichtheit des Hauses – durchgeführt. Darüber hinaus werden die Erdsonden gebohrt und die Estricharbeiten vorgenommen.

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August 2003 – Außenanlage

Im August werden die Fliesen verlegt und die Außenanlage wird angelegt. 

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September 2003 & Oktober 2003 – Abschlussphase

Böden / Tischlerarbeiten / Hauseinweihung
Die Böden werden verlegt und die letzten Tischlerarbeiten werden abgeschlossen. Am 17. Oktober 2003 wird das ChristophorusHaus, nach nur 10monatiger Bauzeit, im Rahmen eines großen Festes offiziell eröffnet und von Bischof Ludwig Schwarz SDB feierlich eingeweiht.

Ein multifunktionales Betriebs- und Verwaltungsgebäude mit Logistik- und Kulturzentrum in Passivhausstandard und nachhaltiger Holzbauweise geht nun offiziell in Betrieb.

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Planungsteam

Bauherr und Projektgesamtleitung: BBM – Beschaffungsbetrieb der MIVA, Direktor Franz X. Kumpfmüller, Stadl-Paura / Architekten: DI Arch. Albert P. Böhm & Mag. Arch. Helmut Frohnwieser, Linz / Planungs- und Baustellenkoordination: EBP – Baumeister Eduard B. Preisack, Perg / Gebäudesimulation: AEE Intec, Ing. Christian Fink & Dipl. Ing. Ernst Blümel, Gleisdorf / Holzbau: Fa. Obermayr GmbH, Dipl.-Ing. Hans Christian Obermayr, Schwanenstadt / Fenster: Josko Fenster und Türen GmbH, Kopfing / Haustechnik: Schloßgangl GmbH & Co KG, Steyr / Wasserkonzept: EcoSan Club, Wien

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Auszeichnungen

  • Oö. Energy Globe Sonderpreis 2004
  • Österreichischer Solarpreis 2004
  • OÖ Landespreis für Umwelt und Natur 2004
  • Best Life-Environment Project
  • R.I.O. Award 2006

Technische Highlights

Das Projekt "ChristophorusHaus" wurde mit Unterstützung des EU-Programms LIFE als energiesparendes Klimaschutzprojekt umgesetzt. Die Heiz- und Kühltechnik bei diesem Projekt erfolgt überwiegend CO2-neutral. Gegenüber einem konventionellen Bürobau liegt die mittlere Primärenergieeinsparung bei ca. 275.000 kWh/a. Dies ergibt eine jährliche CO2-Einsparung von 75.000kg. Der gewählte Holzbau ist ein weiterer Beitrag. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, schont somit Ressourcen und speichert während seines Wachstums im Wald CO2. 

Integrale Gebäudeplanung & energetischer Optimierungsprozess

Aus energetischer Sicht wird in integralen Planungsprozessen die Wechselwirkung zwischen dem Gebäude, dem Nutzer und der Bereitstellung behaglicher Abreitsbedingungen (Temperatur, Luft, Licht, Arbeitsbehelf, ...) behandelt und optimiert. Bei innovativen Bauprojekten, wie dem ChristophorusHaus, war ein übergordneter "Energieverantwortlicher" notwendig. Dieser war das Bindeglied zwischen den Einzelgruppen (Bauherr, Architekt, Haustechnikplaner, Elektroplaner, etc.).

CO2-neutrale Haustechnik

Als Wärmequelle (Heizbetrieb) und als Wärmesenke (Kühlbetrieb) dient das Erdreich, das über 8x100 Meter lange Erdsonden aktiviert wird. Im Heizbetrieb dienen die Tiefensonden als Wärmequelle für eine Wärmepumpe mit 43 kW. Im Sommer wird das selbe System als Wärmesenke ohne Einsatz von Energie genutzt - "direct cooling".

Die Frischluftversorgung erfolgt mittels zwei getrennt kontrollierten Be- und Entlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung über Rotationswäremtauscher. Wärmerückgewinnungsgrad: 78% bzw. 86%. Dadurch wird die durch Menschen und Geräte im Haus entstehende Wärme genutzt.

Um den Strombedarf für die Wärmepumpe größtenteils CO2-neutral beizustellen, wurde eine netzgekoppelte Photovoltaikanalge installiert.

Innovativer Holzbau

Um erneuerbaren Baustoffen sichtbar den Vorzug zu geben, wurde das Haus als Rundholzbau konzipiert. Etwa 1.000 Tonnen wiegt das Holzgebäude, es umfasst 2.096,07 m² Nutzfläche und besteht aus etwa 90 vorgefertigten Elementen. Auch die Dämmstoffe an den Wänden wurden nach ökologischen Kriterien ausgesucht. So viel wie möglich wurde daher mit Hanf gedämmt.

Passivhausfenster

Die Drei-Scheiben-Fenster lassen sowohl im Rahmen als auch im Glasteil kaum Energie nach außen, leiten die Wärme der Sonne aber ins Innere. Damals völlig neu entwickelte Massivholz-Passivhausfenster kamen zum ersten Mal bei einem derart großvolumigen Passivhaus zum Einsatz und gewährleisten im ChristophorusHaus ein Maximum an Energieerhaltung.

Ökologischer Mehrwert

Das ChristophorusHaus geht über den Passivhausstandard hinaus. Durch ein nachhaltiges Wasserkonzept wurde eine wesentliche Einsparung beim Trinkwasserverbrauch erzielt und durch die optimierte Tageslichtführung wird natürliche Beleuchtung der Räume im Inneren zugeführt. Die Verwendung energiesparender Geräte und Leuchtmittel ist eine Selbstverständlicheit.

 

Wenn Sie noch mehr ins technische Detail gehen möchten, in diesem Dokument werden die angeführten Punkte näher beschrieben:

CHH-Report​​​​​​​